Karezza
Die Liebeslust ist Teil von uns Menschen, oder zumindest Zärtlichkeit, und zwar auch dann, wenn man damit erstmal kein Kind zeugen will.
Karezza ist eine Art des Liebesaustauschs – zärtliche Liebkosung – wobei nur innere, nicht auch äußere Zeugung erstrebt wird.
Man braucht die entsprechende Einstellung, die innere Verbundenheit zweier Menschen aus Seele und Geist, die nicht nur auf dem Körperlichen basiert. Ob als Ziel ein Orgasmus eintritt oder nicht, ist nicht mehr wesentlich. Man will sich vor allem ganz nahe sein, will das grenzenlos tiefe Zutrauen des geliebten Wesens erleben, will mit jeder Faser empfinden, dass gar keine Grenzen mehr zwischen einem stehen, will eintauchen in den wundersamen Quell völliger Gelöstheit, will darin ausruhen.
Viele können sich nicht vorstellen – obwohl dem so ist! – dass Karezza nicht Unerlöstes, nicht Unbefriedigtes zurücklässt, auch nicht das Gefühl einer Ernüchterung. Es handelt sich NICHT um unvollendete Sexualerregungen, so wenig wie um vorzeitiges Zurückweichen des Mannes (coitus interruptus) kurz vor dem Samenerguss. Die schädigenden Wirkungen mangelhafter Geschlechtsbefriedigung sind bei Karezza NICHT zu finden!
Rein technisch betrachtet bedeutet Karezza eine innigste Geschlechtsverbindung, bei der entweder keine oder nur eine sanfte Gleitbewegung des Gliedes in der Scheide stattfindet, dass es nicht zu einem Samenerguss kommt. Doch klingt die Spannung und Erregung in beiden Liebenden ebenso vollständig und befreiend ab, wie vielleicht beim tatsächlichen Sexual-Akt, nur dass der Ausgleich sich über eine viel größere Zeitspanne und Körperfläche erstreckt, statt in einer plötzlichen Entladung blitzartig zu verpuffen. Alles klingt in wohliger Gelöstheit aus.
Karezza – wenn Verschmolzensein auf Liebe, und nicht aus Triebhaftigkeit, erblüht.




