10 Tage Vipassana-Kurs im Schweigekloster

Auf Rechtschreibfehler könnt ihr mich gerne aufmerksam machen!! Danke ♄



Anicca, Baby!
Mein erstes Mal…


Wie ich drauf kam…

Genaugenommen beginnt diese Story schon Ende Juni im Ammersee! Genau dort nĂ€mlich, als ich geschwommen bin und mir wĂ€hrenddessen eine Interview mit Matthew Mockridge angehört habe (dieses hier: „Artur“), habe ich die Entscheidung getroffen, den folgenden Trip zu machen. In dem Interview geht es um einen Zeitsoldat, Personenschutz, situative Aufmerksamkeit, Mut, Instinkt und mit als letzte Info erzĂ€hlt Artur von seiner Erfahrung im Schweigekloster und dem 10-Tage-Vipassana-Kurs. Er hat ja davor von seinem Leben erzĂ€hlt und dass er richtig krasse AuslandseinsĂ€tze und Erlebnisse in seinem Leben hatte, aber dass dieser Kurs mit die prĂ€gendsten Tage waren in seinem ganzen Leben! Als ich das gehört habe, hab ich schon gewusst: YES, das mach ich auch mal! Ich hatte irgendwie sofort das GefĂŒhl, dass das genau das Richtige ist!
Zuhause dann >> Google… Youtube… viel gelesen, viel angeschaut und einfach mal angemeldet.
Ich muss sagen, ich habe mich wirklich viel informiert davor, ABER so wie es am Ende wirklich war, hĂ€tte ich mir damals unmöglich vorstellen können. Im Endeffekt waren diese Tage noch SO VIEL MEHR als alles das, was man jemals drĂŒber erzĂ€hlen könnte! Ein bisschen was werde ich trotzdem versuchen zu erzĂ€hlen 🙂


Ein paar Fotos!

FOTOS von meinem Trip kannst du dir HIER anschauen!
Jep – ich hab’s sogar noch geschafft ein paar Fotos zu machen (am ersten Tag, bevor alles weggeschlossen wurde und am letzten Tag, als schon alle abgereist waren)…



Worum es geht…

Man kommt in der Regel zu so einem Meditationskurs, um die Kunst des Lebens zu lernen: wie man friedlich und harmonisch in sich selbst lebt und Frieden und Harmonie fĂŒr alle anderen erzeugt; wie man einfach glĂŒcklich von Tag zu Tag leben kann, wĂ€hrend man sich zum höchsten GlĂŒck eines vollkommen reinen Verstandes vorwĂ€rts bewegt. Ein Geist frei von allem Leiden. Ein Geist voller uneigennĂŒtziger Liebe, MitgefĂŒhl, Freude ĂŒber den Erfolg anderer, Reinheit, Erleuchtung und Gleichmut. Darum geht es. #anicca

ABSOLUT NICHTS davon kann erreicht werden, indem man nur darĂŒber nachdenkt, darĂŒber redet oder es sich wĂŒnscht. Man muss etwas TUN, um das Ziel zu erreichen! Aus diesem Grund geht es in einem Vipassana-Kurs immer um die tatsĂ€chliche PRAXIS. KEINE Philosophie, KEINE theoretischen Argumente, KEINE irrelevanten Fragen!

Man bekommt eine Anleitung (jeden Abend in Form eines ‚Dhamma-GesprĂ€chs‘), die fĂŒr die Praxis benötigt wird und damit man versteht, was zu tun ist und warum, damit man richtig arbeitet und die richtigen Ergebnisse erzielt. Und dann liegt es an jedem selbst, diese Richtlinien auch so umzusetzen: Man muss seinen eigenen Kampf kĂ€mpfen, die Antworten auf Fragen in sich selbst finden und hart fĂŒr seine eigene Befreiung arbeiten. Ob man will oder nicht, diesen Kampf muss man selber kĂ€mpfen.

Der Weg zur eigenen Erleuchtung ist universell. Es geht bei dem Kurs weder um die Religion, die Herkunft, die Rasse, die Ă€ußere Erscheinung, irgendwelche Rituale oder bestimmte Überzeugungen, es geht nur einem einen selbst und den eigenen Weg zur Erleuchtung.


TAGESABLAUF

04:00 Gong – Aufstehen
04:30-06:30 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
06:30-08:00 FrĂŒhstĂŒckspause
08:00-09:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
09:00-11:00 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
11:00-12:00 Mittagessen
12:00-13:00 Ruhepause und Gelegenheit zum Interview mit dem Lehrer
13:00-14:30 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
14:30-15:30 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
15:30-17:00 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
17:00-18:00 Teepause
18:00-19:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
19:00-20:15 Vortrag des Lehrers in der Halle
20:15-21:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
21:00-21:30 Zeit fĂŒr Fragen in der Halle
21:30 Nachtruhe – Licht aus


TAG 0

Ankunft

Um ca. 5Uhr in der FrĂŒh bin ich in Herrsching am Ammersee losgefahren und um ca. 17Uhr beim Zentrum (MalanĂłw, Polen) angekommen. Nachdem ich den Schließfach-SchlĂŒssel hatte, mein Zimmer wusste und alles ausgeladen habe, waren alle im Speisesaal und ich war BAFF!!
Ich hab ja mit vielem gerechnet, aber wirklich nicht damit, dass sooo viele Leute kommen und schon gar nicht, dass sooo viele junge Leute dabei sind! Mega cool! Wie gerne hÀtte ich jetzt schon alle kennengelernt, aber ich war ja nicht hier um zu mit allen zu reden, sondern erstmal um zu SCHWEIGEN!

So war es dann auch – nach dem Abendessen und der ersten Meditation begann die ‚Edle Stille‘.
Ich war echt gespannt was die nĂ€chsten 10 Tage so bringen werden 🙂


TAG 1

Nichts als die Atmung…

Am ersten Tag ging es schon los mit den ersten Schwierigkeiten, einmal weil es wirklich schmerzhaft war, so viel zu sitzen und auf der anderen Seite, weil der Geist einfach nicht tut, was man eigentlich von ihm will. Eigentlich soll er nĂ€mlich einfach mal seine Klappe halten, damit man sich auf seine Atmung (nichts als die Atmung!) konzentrieren kann – Pustekuchen!
Wobei ich sagen muss, dass der erste Tag einer der besten Tage war, es war alles noch sehr leicht. Alles war neu und aufregend.

Um die Kunst eines harmonischen Lebens zu lernen, muss man die RealitĂ€t erkennen…
Die oberflÀchlichen, scheinbaren, groben RealitÀt, die feinere RealitÀt, die feinste RealitÀt von Geist und Materie, bis hin zur ultimativen Wirklichkeit.
Die Atmung ist der Ausgangspunkt diese Reise zu beginnen.
Die Beobachtung der Atmung bringt einen ins Hier und Jetzt – das ist der erste Schritt.
Jeder weitere Schritt ist ein Schritt zur noch feineren RealitĂ€t – das folgt in den nĂ€chsten Tagen…

Erstmal einfach den Atem beobachten – einfach beobachten, ohne darauf zu reagieren.
Wobei ‚einfach‘ so viel einfacher gesagt ist, als getan…


TAG 2

Knoten im Inneren

So schwierig. Der eigene Geist kann sooooo unruhig sein!
Es kommen einem hundert tausend Gedanken in den Kopf – teilweise richtig komische und ziemlich kranke Gedanken! Macht nichts – man muss halt lernen seinen Geist zu trainieren und zu zĂ€hmen..
Man muss außerdem lernen, dass man selber die Arbeit tun muss, kein anderer kann den Weg fĂŒr einen gehen, man muss es selbst tun! Man muss sehr geduldig, beharrlich und kontinuierlich arbeiten – und man muss es selbst tun.

1 Wenn etwas UnerwĂŒnschtes passiert oder
2 etwas Gewolltes nicht passiert oder
3 man etwas tut, was anderen schadet,
dann wird man angespannt und erzeugt Knoten in seinem Inneren. WĂ€hrend so einem ganzen Leben kann es gut sein, dass sich ein riesengroßes BĂŒndel von solchen Knoten ansammelt! Und schlimmer: Diese Spannung, die man erzeugt, beschrĂ€nkt sich nicht nur auf einen selber, sondern man verteilt sie großzĂŒgig an jeden, mit dem man in BerĂŒhrung kommt!

Diese Knoten kann man aber lösen. Das Auflösen erfolgt durch die Beobachtung der eigenen groben und feinen Empfindungen auf und im Körper. Wobei wir uns am zweiten Tag dabei auf das Gebiet zwischen den Nasenlöchern und der Oberlippe beschrÀnkt haben. (Mein Bruder hat sich nicht mehr eingekriegt, als ich ihm das erzÀhlt habe und ja, auch ich finde, das hört sich teilweise echt komisch an, was wir da gemacht haben, aber es war so und es hat gewirkt!)

Es ging um die Beobachtung der Empfindungen in diesem begrenzen Bereich – der Luftzug des Atems, Hitze, KĂ€lte, Juckreiz, Pulsieren, Vibrieren, Druck, Spannung, Schmerz, usw. Man kann sich die Empfindungen nicht aussuchen – WICHTIG ist, dass man sie beobachtet, ohne sie zu bewerten und darauf zu reagieren.

Das hab ich erstmal fast den ganzen Tag gemacht – meinen Atem beobachtet…

Nichtmal richtig geschlafen habe ich 😀 So hab ich teilweise nachts noch mein Atem beobachtet..
Ohne Witz, ich habe wirklich schlecht geschlafen! Es kann gut sein, dass das viele Meditieren dazu beigetragen hat, auf der anderen Seite aber bestimmt auch, dass es im Zimmer durchgehende 25-28 Grad hatte. Der Schlaf zieht sich ĂŒbrigens noch die nĂ€chsten Tage noch so durch – ich habe keine Nacht durchgeschlafen. Ich bin immer mehrmals die Nacht aufgewacht, obwohl ich sonst wirklich einen sehr guten Schlaf habe und echt ĂŒberall schlafen kann. Was soll’s – #gutenacht


Tag 3

Den Geist kontrollieren – NICHT…

Also eigentlich schon! Aber bei mir hat das heute mal wieder ums Verrecken nicht funktioniert! Mein Kopf hatte heute Wandertag. Halli-Galli-Drecksauparty. Whatever. Ein stĂ€ndiges Auf und Ab bei der Meditation. Manchmal hab ich es dann doch ganz gut hinbekommen und dann wieder ĂŒberhaupt gar nicht. Und ich sag’s dir… diese schrecklichen Schmerzen! Irgendwann weiß man einfach nicht mehr, wie zur Hölle man noch sitzen soll. Ich glaub ich habe sĂ€mtlich Sitz-Positionen ausprobiert, die irgendwie möglich sind. Ab spĂ€testens heute konnte ich mich wegen der Schmerzen sogar ungefĂ€hr gar nicht mehr auf irgendwas anderes im Körper konzentrieren.

Ein paar Aufheiterungen gab es aber doch – eine davon war das Wetter! OMG – hatten wir gutes Wetter. So viel Sonnenschein und mal ganz abgesehen von den unbeschreiblich geilen SonnenaufgĂ€ngen und -untergĂ€ngen. Mal war der Himmel komplett gold gefĂ€rbt, oder er war tief rot, oder er war lila, mal war es wolkig und anderes mal so klar, oder in der FrĂŒh war es auch oft neblig, was eine super geile Stimmung war! Mir hat es nur leider jedes Mal mein Herz gebrochen, weil ich nicht mal eben mein Handy rausholen und ein Bild davon machen konnte. Ich hĂ€tte diesen wundervollen Ort sooo gerne mit der Welt geteilt! Und auch fĂŒr mich – fĂŒr meine Erinnerung um mich ewig wieder an alle besonderen EindrĂŒcke erinnern zu können!

Worauf ich mich aber immer am meisten gefreut habe ist die Abendmeditation!!
Mein Geist war da irgendwie immer am klarsten und die Meditation hat so am besten funktioniert. Punkte zwei: Nach der Meditation um 18 Uhr gab‘s einen einstĂŒndigen Vortrag mit echt gutem Input! Vieles was dort erzĂ€hlt wurde, kam mir sehr bekannt vor und hab ich teilweise auch schon so in meinem Leben umgesetzt, auf der anderen Seite waren Sachen dabei, wo ich mir echt dachte: FUUU Mindfuck! Danke danke danke – #lifechanger Und am Ende dann nochmal Meditation so zum Tageabschluss aber nur noch eine kurze und die lief eigentlich auf immer gut.

Wir haben zuerst den Weg begonnen ‚Sila‘ zu praktizieren. Wir haben uns davon entfernt zu schaden, weder anderen noch uns selbst (das eine ist immer durch das andere bedingt). Dann ĂŒbernimmt man ‚Samadhi‘ und lernt den Geist zu kontrollieren und auftretende Verunreinigungen zu unterdrĂŒcken.
Da UnterdrĂŒckung aber noch nicht die Lösung ist lernen wir morgen ‚Panna‘ – siehe Tag 4…


Tag 4

Heute betritt man das Feld ‚Panna’…

…denn ohne Weisheit bleibt der Weg unvollstĂ€ndig.

Wenn man Dinge unterdrĂŒckt, dann verschwinden sie nicht – NEIN, sie bleiben im Unterbewusstsein und vermehren sich sogar! ‚Panna‘ ist der Weg dorthin, alle alten Knoten auflösen zu können. ‚Panna‘ bedeutet, Verunreinigungen weder zu begrĂŒĂŸen, noch sie zu UnterdrĂŒcken, sondern ihnen zu erlauben, zu kommen und dann eben auch wieder zu gehen.

Man macht ja so einen Kurs, um seine eigene Weisheit zu entwickeln – um das zu tun muss man es auf der ERFAHRUNGSEBENE verstehen. WEISHEIT IST IMMER ERFAHRUNG!

Außerhalb des Körpers kannst du die Wahrheit NICHT erfahren, deshalb musst du die FĂ€higkeit entwickeln, die Wahrheit in dir selbst zu erfahren, von den gröbsten bis zu den feinsten Ebenen, um aus allen Illusionen, aus allen Fesseln hervorgehen zu können.

Die DREI ASPEKTE der Weisheit:
Anicca, Anatta und Dukkha

  • ANICCA – alles entsteht und vergeht.
    Jeder weiß eigentlich, dass sich das gesamt Universum stĂ€ndig verĂ€ndert, aber die Schnelligkeit und KontinuitĂ€t der Prozesse, wie wir die ganze Welt wahrnehmen, schafft fĂŒr uns uns oft eine Illusion der Dauerhaftigkeit.
    Manchmal beginnt man durch traumatische Ereignisse, wie den Tod eines geliebten Menschen, die Weisheit ‚ANICCA‘ zu entwickeln, doch mit dem Alltag ist sie meist schnell wieder verschwunden… Das bloße intellektuelle VerstĂ€ndnis der vergĂ€nglichen Natur hilft uns nicht, denn es fehlt etwas, man muss es in sich selbst erleben!
    Die RealitĂ€t in sich selbst erfahren – das ist das, was Siddhattha Gotama tat, um ein Buddha zu werden. Moderne Wissenschaftler zum Beispiel haben ebenfalls die Erkenntnis, dass das gesamte materielle Universum aus subatomaren Teilchen besteht, die schnell bestehen und vergehen – ihre Weisheit ist jedoch nur intellektuell und befreit sind sie nicht.
  • ANATTA – kein ‚Ich‘, kein ‚Mein.
    Nicht ist fĂŒr die Ewigkeit, es gibt nichts, was lĂ€nger als einen Moment dauert.
    Es gibt nichts UnverÀnderliches, nichts was man beherrschen könnte.
  • DUKKHA – Leiden.
    Leiden identifiziert man normalerweise mit etwas Unangenehmen, richtig? Jedoch können angenehme Dinge genauso Ursachen von Leid sein, nĂ€mlich dann wenn man an ihnen haftet. Alles entsteht und vergeht – auch die angenehmen Dinge. Die Anhaftung an das VergĂ€ngliche wird sicher zum Leid fĂŒhren.

Am vierten Tag fĂ€ngt man an die Wahrheit ĂŒber sich selbst auf der Ebene der körperlichen Empfindungen zu erforschen! Der erste Schritt auf dem Weg zur Befreiung, ist es zu lernen, Körperempfindungen zu beobachten und GLEICHMÜTIG zu bleiben! Wenn man so arbeitet, dann wir einem das Naturgesetz allmĂ€hlich klar werden.

Dhamma bedeutet: Natur, Gesetz, Wahrheit.
Die Wahrheit auf der Erfahrungsebene verstehen, indem man sie im Rahmen der Körperebene untersucht. Es wird einem so klar, dass sich im Universum, im Körper wie auch außerhalb, ALLES ÄNDERT – IN JEDEM MOMENT!
Und eine andere RealitÀt: Nicht geschieht zufÀllig. Alles hat seine Ursache. Jede Ursache hat eine Wirkung und ist gleichzeitig wieder neue Ursache. #thepowerofwhy
Man muss auf seine Handlungen acht geben und vor allem auf seinen GEIST!!

Der Tag war erstmal spannend…
… denn die letzten drei Tage hat man ja immer nur seine Nasenspitze und den Bereich bis zur Oberlippe beobachtet. Heute sind wir auf den ganzen Körper gegangen.
Und so viele Fragen&Antworten (die natĂŒrlich alle vor Ort gelehrt wurden): Wie genau beobachtet man? Welche Empfindungen sind die richtigen? Welche Reihenfolge? Was sollte man fĂŒhlen? Was ist der Sinn? Wie reagiert man? Was macht der Geist? Was sind das alles fĂŒr Empfindungen? Wie fĂŒhlen sich verschiedene Empfindungen an? Wie lange sollte man dies und das machen? Wie funktioniert das alles? Was passier da in mir? Was ist das alles? Und wie geht es jetzt weiter?

Heute beginnt man damit, die Technik tatsÀchlich zu verstehen
– ab heute jeden Tag ein bisschen mehr…

Die Technik besteht aus zwei Teilen. Der erste bricht die Barriere zwischen den bewussten und unbewussten Ebenen des Geistes. Der zweite Aspekt der Technik ist GLEICHMUT. Man ist sich dessen bewusst, was man fĂŒhlt, reagiert nicht, bindet keine neuen SehnsĂŒchte oder Abneigungen, schafft kein Elend fĂŒr sich selbst.

Man beginnt es auf der Erfahrungsebene zu verstehen: WĂ€hrend man zur Meditation sitzt, wird man die meiste Zeit auf die Empfindungen reagieren, weil man starke Schmerzen empfindet – ABER einige Augenblicke werden kommen, wo man trotz starker Schmerzen gleichmĂŒtig bleibt. Solche Momente sind sehr mĂ€chtig, um das Gewohnheitsmuster des Geistes zu verĂ€ndern. AllmĂ€hlich erreicht man nĂ€mlich die Stufe, in der man lĂ€cheln kann, egal was man empfindet und wissend, dass es ANICCA ist. Man weiß, alles kommt und alles vergeht.

Um diese Phase zu erreichen, muss man selber arbeiten!!! Man selbst – kein anderer kann fĂŒr dich arbeiten!
Man geht Schritt fĂŒr Schritt immer weiter auf deine eigene Befreiung zu…

Tag 4 hatte ich mit die grĂ¶ĂŸten Schmerzen – echt krass und fast durchgehend bei der Meditation –
ergo: der perfekte Tag HART an mir zu arbeiten und an meinem GLEICHMUT 😉


TAG 5

Der Tag der vier edlen Wahrheiten

Leiden, Leidensgrund, Leidensbeseitigung, Weg zur Beseitigung des Leidens – die Kette der bedingten Entstehung

„Wenn man anfĂ€ngt, die Erste Edle Wahrheit zu beobachten, die Wahrheit des Leidens, dann wird die Ursache des Leidens deutlich, und man beginnt, sie auch zu beobachten; das ist die Zweite Edle Wahrheit. Wenn die Ursache ausgerottet ist, wird das Leiden ausgerottet; das ist die Dritte Edle Wahrheit – die Beseitigung des Leidens. Um seine Ausrottung zu erreichen, muss man Schritte unternehmen; das ist die vierte edle Wahrheit – der Weg, das Leiden zu beenden, indem es seine Ursache auslöscht.“ – Verwirrender Text, aber hört sich logisch an und ist so. 😉

Man beginnt damit, zu beobachten, ohne zu reagieren. Man untersucht den Schmerz, den man objektiv empfindet, als ob es der Schmerz eines anderen ist. FrĂŒher erzeugte jede Empfindung eine Reaktion von Gefallen oder Abneigung, die sich zu großem Verlangen oder Abneigung, großem Elend entwickelte. Aber jetzt lernst du, anstatt auf die Empfindung zu reagieren, nur gleichmĂŒtig zu beobachten, zu verstehen, „das wird sich auch Ă€ndern“. Auf diese Weise gibt die Empfindung nur Weisheit, zum VerstĂ€ndnis von ANICCA . Man stoppt das Drehen des Rades des Leidens und beginnt, es in die entgegengesetzte Richtung zu drehen, zur Befreiung!

Der gesamte Weg ist ein Weg, aus dem Elend herauszukommen. Durch Üben, Üben, Üben hört man auf, neue Knoten zu knĂŒpfen, und sogar noch mehr: Alte Knoten werden automatisch gelöst!

TAG 5 – HORROR.

Irgendwie passend, zu all dem Leid, um das es heute ging…

Ich hab es jetzt 5 Tage vor mir hergeschoben! 5 Tage!!
Und heute war mein absoluter Tiefpunkt. Ich hatte soo viele und so schreckliche Schmerzen beim Meditieren. Dazu kam: Mein Kopf war komplett blockiert. So voll. Ich habe aus den letzten Tagen schon so viel gelernt, ich hatte so viele Ideen und Sachen die mir in den Kopf gekommen sind. Aber ich hatte ABSOLUT KEINE Möglichkeit all diese Sachen irgendwo festzuhalten und dann im Kopf diese loszulassen, denn dann wÀren sie einfach weg gewesen. Wo wÀre dann der Sinn gewesen?
Ich habe sogar einen Interview-Termin mit Edith Notnagel ausgemacht, unserer Meditations-Leiterin. Ich war so unendlich unruhig. Bin Ewigkeiten durch den Wald getigert. Ich bin durchgedreht. Ich wusst nicht wohin mit mir und all den Dingen in meinem Kopf. Ich brauchte unbedingt meine Schreibsachen. Ich musste den Kopf wieder leer kriegen. (Letztendlich hat sie mir vom Schreiben abgeraten und mich auf Tag 10 vertröstet. Okay, ich habe akzeptiert und wollte versuchen das bis dahin durchzuhalten…)

INFO: Gegen die Schmerzen habe ich ab Tag 6 mit RĂŒckenlehne meditiert.


TAG 6

In wenigen Worten wurde der gesamte Weg erklÀrt:

„Alle sakhara sind vergĂ€nglich.
Wenn man dies mit wahrer Einsicht wahrnimmt,
dann löst man sich vom Leid,
das ist der Pfad der Reinigung.“

(‚sankhara‘ bedeutet hier nicht nur mentale Reaktionen, sondern auch die Ergebnisse dieser Reaktionen.
Im Endeffekt könnte man auch sagen: ALLES ist vergÀnglich.)

Mit dieser Weisheit ist es möglich, ein unendlich gelassener Mensch zu sein.
Der eigene Gleichmut wird der beste Freund.
Dies bedeutet nicht, dass man durch das Praktizieren von Vipassana der Bimbo von nebenan wird, der sich alles gefallen lĂ€sst und sich von anderen einfach Schaden zufĂŒgen lĂ€sst. Vielmehr lernt man, wie man agiert statt zu reagieren! Man lernt, wie man richtig lebt, um ein gesundes Leben mit richtigen Handlungen zu fĂŒhren.

„Wenn sich im Leben eine schwierige Situation ergibt, wird niemand, der Empfindungen beobachtet hat, in eine blinde Reaktion geraten. Stattdessen wird er einige Augenblicke warten, sich der Empfindungen bewusst und auch gleichmĂŒtig, und wird dann eine Entscheidung treffen und eine Handlung wĂ€hlen. Eine solche Handlung ist sicher positiv, weil sie von einem ausgeglichenen Geist ausgeht; es wird eine kreative Aktion sein, die sich selbst und anderen nĂŒtzlich sein wird.“

Die Technik funktioniert nicht durch Magie oder ein Wunder, sondern durch das Gesetz der Natur. Jeder, der anfĂ€ngt, nach dem Naturgesetz zu arbeiten, wird aus dem Elend kommen. Es gibt noch Menschen, die sagen, es wĂ€re ein zufĂ€lliges Wunder >> diese Menschen sollen es selbst probieren! Jeder kann es ausprobieren. Es wird funktionieren – IMMER. Und diese Erfahrung wird einem die Weisheit bringen: Es ist das Gesetz der Natur!

Alles nervt. #asozial

Heute hatte ich den nĂ€chsten Tiefpunkt. Bestimmt genauso schlimm wie gestern, nur in einer anderen Dimension – heute ging es bei mir darum: Eines der schlimmsten Dinge, die ich kaum ertragen konnte, war dieses nebeneinander her leben in einer Gemeinschaft und doch isoliert. Dieses komische Zwischending war fĂŒr mich kaum auszuhalten. Also wenn man nichts miteinander zu tun hat und so dann okay. Aber mit den MĂ€dels habe ich denen jeden Tag gegessen, meditiert und ich konnte ihnen weder in die Augen schauen, noch zu lĂ€cheln, noch mich mit ihnen austauschen, kurz was absprechen – NADA.
Asozial? Respektlos? Isoliert? Einsam? – Dieser Tag war echt crazy fĂŒr mich.
Alle in der Gruppe kamen mir vor wie Zombies. Immer wenn der Gong erklang, sind alle mit gesenktem Kopf irgendwo hin gelaufen – Speisesaal, Meditationshalle, je nachdem was dran war. Keiner redet. Alle schweigen. Keiner lĂ€chelt. Alle schauen auf den Boden. So viele EindrĂŒcke und kein Ausdruck. So viel Raum und man darf ihn nicht mit Zwischenmenschlichkeit fĂŒllen. #uff


TAG 7

Die reinste Achterbahn!

Ich liebe Achterbahnfahren! Echt jetzt!!
Wenn man das aber stundenlang macht und inzwischen 7 Tage am StĂŒck, dann wird’s irgendwann anstrengend!
Holy shit! Ja, diese 10 Tage waren definitiv anstrengend! Und schmerzhaft! Und ich war depressiv! Und hatte schreckliche Gedanken! Ich war ein Zombie! Ich hatte Hunger! Es war echt schlimm!
Und heute lief es sogar durchgehend echt mies. Ist einfach nicht so gelaufen, wie ich wollte.
Diese miesen und depressiven Phasen hatte ich JEDEN Tag!!

ABER WEIßT DU WAS? – Es gab JEDEN Tag auch wieder unglaublich erfĂŒllende und schöne Momente!!
Allein die unfassbar schönen Sonnenauf- und SonnenuntergĂ€nge. Der Wald. Mit so vielen roten Fliegenpilzen. Mit den BĂ€umen. Mit der Zeit hatten wir MĂ€dels angefangen im Wald Botschaften zu hinterlassen. Mandalas, Herzen, Wörter. Immer nur ganz kleine Dinge. Doch es war soooo cool jeden Tag durch das selbe kleine WaldstĂŒck zu gehen und immer wieder was neues zu entdecken!! (hier geht zu den Fotos: HIER!)

Nicht zu vergessen das ESSEN!! Wahnsinn, wie hab ich mich immer auf die Mahlzeiten gefreut:
3 StĂŒck am Tag – einmal um 6.30 Uhr, dann um 11.00 und dann um 17.00 Uhr.
In der FrĂŒh gabs fĂŒr mich jeden Tag eine SchĂŒssel Haferbrei und FrĂŒchtekompott – ich hab’s gefeiert!
Um elf ein Teller vom Buffet, was immer mit viel viel GemĂŒse, Linsen, Suppen, Salaten, usw. war.
MEGA LECKER! Meisten sogar mit Nachspeise: Ein StĂŒck Schokolade, ein StĂŒck Karottenkuchen, Bratapfel, oder irgendwie sowas in der Art.
Abends um 17 Uhr gabs dann noch Ingwer- und Zitronenwasser mit einem Obst fĂŒr die neuen SchĂŒler (je nachdem gabs da dann Banane, Apfel, Pflaumen, Orangen, Birnen). FĂŒr die alten SchĂŒler gabs kein Obst – nur Wasser.

Ob du es glaubst oder nicht, ich hab es erst AB HEUTE geschafft mittags NUR EINEN TELLER zu essen. Die Tage davor hatte ich immer im Kopf, dass ich ja eigentlich den ganzen Tag nichts mehr zu essen bekomme und den Drang extra MEHR zu essen, damit es mir bis zum FrĂŒhstĂŒck ausreicht. Ich hab dann halt noch ne SchĂŒssel Suppe gegessen oder noch nen Schöpfer Salat extra oder irgendwas nochmal extra, was eigentlich nicht hĂ€tte sein mĂŒssen, weil ich dann zu schon zu voll war und mehr als satt – unangenehm satt.
Ich hab ja schon gefastet und komplett auf Essen verzichtet. Aber dieses STOP sagen, wÀhrend einer Mahlzeit fÀllt mir eben immer noch manchmal schwer. Und das hab ich in der letzten Woche besonders gemerkt und vielleicht hab ich jetzt echt nochmal was dazugelernt was das angeht!


TAG 8

LÄUFT DOCH

„Der Buddha wurde einmal gefragt, was wirkliches Wohlbefinden sei. Er antwortete, dass die höchste Wohlfahrt die FĂ€higkeit ist, trotz aller WechselfĂ€lle, der Höhen und Tiefen des Lebens, das Gleichgewicht zu behalten. Man kann sich angenehmen oder schmerzlichen Situationen, Sieg oder Niederlage, Gewinn oder Verlust, gutem Namen oder schlechtem Namen stellen; Jeder ist verpflichtet, all diesen zu begegnen. Aber kann man in jeder Situation lĂ€cheln, ein echtes LĂ€cheln aus dem Herzen? Wenn man diesen Gleichmut auf der tiefsten Ebene im Innern hat, hat man wahres GlĂŒck.“

Der Tag war echt echt gut! MeditationsmĂ€ĂŸig und gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig! Ich hatte das auch an den anderen Tagen – doch an diesem Tag besonders: Ich hĂ€tte mich am liebsten irgendwo auf den Boden geschmissen, alle Viere von mir gestreckt und einfach die ganze Welt umarmt. Hab vor mich hingegrinst und bin schier explodiert, vor guten GefĂŒhlen und so viel Klarheit. So viel Dankbarkeit und Liebe. So viel PositivitĂ€t und so viel Weisheit, die ich hier erfahren durfte, die hat mich teilweise einfach umgehauen!
Wobei ich schon gespĂŒrt hab, das die Unruhe kommt, weil Tag zehn kommt und naja, siehe Tag 9.


TAG 9

Die Spannung steigt…

Man war ich an dem Tag nervös!!
Ich wusste, ich hab morgen nur noch den einen Tag und hab noch viel vor und dass die Zeit dafĂŒr echt knapp werden wird! Ich wollte unbedingt alle kennen lernen, ich wollte die Kontaktliste organisieren, ich wollte noch mein Heimweg planen, ich wollte noch Fotos machen, ich wollte so viel machen und wusste nicht mal ob das klappt, dass ich ĂŒberhaupt mein Schreibzeug wieder bekomme.
Und es hat mich fertig gemacht, dass ich nicht sofort irgendwas machen konnte und das ich keine Garantie hatte, dass das alles klappt!  Meine Konzentration wĂ€hrend der Mediation war im Keller…

Aber etwas hab ich dennoch mitgenommen:
Vom Zeitpunkt der Geburt an ist man immer darauf trainiert, nach draußen zu schauen. Man beobachtet nie sich selbst. ABER es gibt immer mindestens ZWEI SEITEN!! Bisher hab ich tatsĂ€chlich nur eine TEIL-Ansicht der RealitĂ€t gehabt. Das war eine echt verzerrte Ansicht, weil ich bisher immer nur die Ansicht nach Außen hatte… Umso unvollstĂ€ndiger die Informationen sind, mit denen man eine Entscheidung trifft, umso schĂ€dlicher ist sie in der Regel fĂŒr einen selbst und fĂŒr andere… Man sollte also immer schauen, dass man sich Dinge möglichst von allen Blickwinkeln ansieht, bevor man Entscheidungen trifft!
Das hab ich heute gelernt: die RealitĂ€t nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb zu sehen!
Nicht nur nach Außen schauen, sondern immer auch nach Innen! Das ist nicht so einfach, das zu lernen und es braucht Zeit, um diese Technik irgendwann zu beherrschen. Wenn man aber praktiziert und praktiziert und praktiziert, wird man irgendwann feststellen, dass man sich selbst und das Leben sich immer mehr verĂ€ndert, weil die Informationen vollstĂ€ndiger sind, die RealitĂ€t wird echter und die Entscheidungen immer besser!


TAG 10

Kopf explodiert – aber komplett.

Zehn Tage sind vorbei. Was hab ich eigentlich die letzten zehn Tage gemacht? Auf der einen Seite kam es mir so vor, als wĂ€re ich schon ewig hier, viele Monate, die Zeit kam mir ewig vor – auf der anderen Seite sind die zehn Tage jetzt doch echt schnell vergangen! Wahnsinn, das jetzt alles schon wieder vorbei ist und ich morgen schon wieder unter ’normalen‘ Menschen bin und das alltĂ€gliche Chaos meistern werde.

Ich werde morgen wieder nach Hause fahren.
Aber ich werde viel mitnehmen. Unter anderem mein Wissen ĂŒber Vipassana….
Vipassana  – den Weg zu gehen vom Elend zum GlĂŒck, von der Unwissenheit zur Weisheit, von der Knechtschaft zur Befreiung. Die universelle Lehre der Erleuchtung.

Auch wenn ich das alles mitnehmen werde, was ich die letzten Tage getan und gelernt habe – alles das hat NICHT am 10. Tag funktioniert! Am 10.Tag war ich ‚out of (vipassana-)order! NULL KONZENTRATION!
Warum? – Naja, am 10.Tag wurde die ‚Edle Stille‘ aufgehoben und wir durften REDEN!
Wir durften uns wieder anschauen und wir durften uns austauschen!
Ich hab in der kurzen Zeit nur einige wenige der hier hundert Menschen kennenlernen dĂŒrfen.
Aber alle davon sind so unglaublich liebe und interessante Persönlichkeiten. DAMN IN LOVE!!

Woher kamen all die Leute, die sowas ĂŒberhaupt mitmachen? – Aus der ganzen Welt!
Was machen die sonst so in ihrem Leben? – Um ein paar Berufe zu nennen, die mir genannt wurden: Drehbuchautorin, Immobilienmakler, Studenten, einfach Reisende, Musikredakteurin bei TheVoice Kids, Zimmerin, Affenforscherin, usw.

Vom Zentrums-Team wurde eine PrĂ€sentation gezeigt, wo die komplette Entstehung, Organisation, UnterstĂŒtzung von den Vipassana-Zentren erklĂ€rt wurde und wie das ĂŒberhaupt alles ermöglicht werden kann. UNGLAUBLICH!

EEEEEEEEEENDLICH!!
Schon die ganzen 10 Tage davor, wo mein Kopf so voll war und jetzt heute, so viel neuer Input…
An dem Tag haben wir nur noch DREI mal meditiert. DREI MAL saß ich unfassbar unruhig da.
Keine Empfindung, nicht mal klare Gedanken. Einfach UNENDLICHE UNRUHE!
Nach der letzten Meditation, dann bin ich schnurstracks zu meinem Zimmer, hab alle Sachen von meinem Bett geschmissen und habe endlich Zeit zum Schreiben gehabt!!! ENDLICH!!
Es war, als mĂŒsste man tagelang schon ultra dringend aufs Klo und endlich darf sich wieder erleichtern!
OMG.. war das geil! Ich dachte mir: Hey 10 Minuten bloß, weil morgen um 3.30 schon wieder aufstehen. Aber kein Halten! Eine Stunde lang MUSSTE ich mir einfach mal den ersten Fitzel von der Seele Schreiben! No Chance. Ich war am fĂŒnften Tag schon am explodieren. Dann hab ich mich nochmal zam gerissen. Ich hab versucht es trotzdem hinzukriegen, auch ohne Schreiben den Kopf freizubekommen- NO CHANCE! Und es tat sooooooooo gut!


TAG 11

Abreise

Dieser Tag war recht stressig. Ich hatte mir den Wecker eigentlich extra frĂŒher gestellt – aber klaaaaaar, natĂŒrlich verschlafe ich ausgerechnet heute. Aber hat trotzdem alles geklappt: Erst kurz duschen, dann Morgen-Meditation, dann in Rekord-Zeit Sachen packen und Zimmer putzen und sogar noch schnell frĂŒhstĂŒcken.
Dann war die Abreise: Die Abreise hat den Tag zu einem der schönsten Tag fĂŒr mich gemacht! NEIN, nicht weil ich jetzt endlich hier weg bin (im Gegenteil!) – es war wegen der ganzen LIEBEN MENSCHEN!
Nochmal ein RIESENGROßES FETTES DANKE an ALLE ALLE ALLE die dabei waren!!
An alle Helfer, die so freundlich, offen und dankbar waren und vor allem an alle Mit-SchĂŒler, die ich dort kennen lernen durfte. DANKE fĂŒr alle lieben Worte! Danke, dass ihr mich nochmal daran erinnert habt, auf mein Herz zu hören. DANKE, dass ihr mich darin bestĂ€rkt habt, dass ich die richtigen Entscheidungen fĂŒr mich treffen werde.
Einfach DANKE fĂŒr ALLES! ♄♄♄


Meine Learnings (auf der Erfahrungsebene!)

  • Wenn man unwissend ist, sind Empfindungen ein Mittel, um das Elend zu vermehren, weil man mit Sehnsucht oder Abneigung auf sie reagiert. Man muss lernen, sich der verschiedenen Empfindungen bewusst zu sein, ohne auf sie zu reagieren, ihre sich verĂ€ndernde, unpersönliche Natur zu akzeptieren. Dadurch kommt man aus der Gewohnheit der blinden Reaktion, man befreit sich vom Elend.
  • Es gibt drei Arten von Aktionen: physisch, vokal und mental. Wer sich selbst beobachtet, erkennt, dass geistige Aktion das Wichtigste ist, stimmliche und körperliche Handlungen sind lediglich Projektionen der mentalen Handlung, MaßstĂ€be zur Messung ihrer IntensitĂ€t.
  • Akzeptiere es nur dann als wahr, wenn du es ERFÄHRST!
    Das Hören der Wahrheit ist wichtig, aber es muss zur tatsĂ€chlichen Praxis fĂŒhren!
  • Hindernisse gibt es ĂŒberall! Immer und ĂŒberall, vor allem dann, wenn es um VerĂ€nderung geht und darum, an sich selbst zu arbeiten – so sind es bei der Meditation u.a. diese: Verlangen, Abneigung, Faulheit, SchlĂ€frigkeit, große Unruhe, Zweifel.
  • Man kann die RealitĂ€t nur erkennen, wenn man nach Außen UND Innen schaut! (siehe Tag 9)
  • Echte Weisheit erlangt man erst durch die eigene Erfahrung! Durchs eigene tatsĂ€chliche TUN!
    „Ein Beispiel fĂŒr die drei Arten von Weisheit: Ein Arzt gibt einem Kranken ein Rezept fĂŒr die Medizin. Der Mann geht nach Hause, und aus großem Vertrauen in seinen Arzt rezitiert er jeden Tag das Rezept; Das ist Suta-Maya Panna . Damit nicht zufrieden, kehrt der Mann zum Arzt zurĂŒck und fordert und erhĂ€lt eine ErklĂ€rung des Rezeptes, warum es notwendig ist und wie es funktionieren wird; das ist cinta-maya panna. Endlich nimmt der Mann die Medizin; Erst dann ist seine Krankheit ausgerottet. Der Nutzen kommt erst aus dem dritten Schritt, der Bhavana-Maya Panna.“
  • ein paar weitere Punkte werden noch folgen..

In Zukunft…

FĂŒr die Zukunft versuche ich die Vipassana-Meditation in meinen Alltag zu integrieren. Vermutlich geht das nicht von heute auf morgen. Die Empfehlung ist ja eine Stunde morgens und eine Stunde abends mindestens ein Jahr lang zu meditieren – sich das als Ziel zu stecken und umzusetzen. Die ersten Tage nach dem Trip hab ich das definitiv schon mal nicht geschafft, weil ich einfach nochmal viel unterwegs war und viele andere Dinge erledigt habe, jedoch fĂŒr die Zukunft will ich das wirklich schaffen!
Warum? – Naja weil 10 Tage Meditations-Bootcamp zwar sehr intensiv und prĂ€gend sind, aber eben nur der erste Step. Sonst wĂ€re es, als wĂŒrde man auf ein ErnĂ€hrungs-/Fitness-Bootcamp fĂŒr 10 Tage fahren und dort richtig Gas geben und dann zuhause alles beim Alten lassen und nichts mehr davon umsetzen und trotzdem erwarten, dass man einen langfristigen Nutzen von den 10 Tagen hat…

Doch es wird sich nichts Ă€ndern, solange man immer nur drĂŒber redet und es niemals tut – und genauso wie es mit allem im Leben ist, so sagte auch SN Goenka: „Die Befreiung kann nur durch Übung gewonnen werden, niemals durch bloße Diskussion.“

UND ICH WERDE ES WIEDER TUN!
Es gibt so viele Vipassana-Zentren auf der Welt und ich habe definitiv vor noch einige davon zu besuchen! Vielleicht wieder als SchĂŒler, aber ganz bestimmt auch als Helfer. Und ich weiß, dass meine Vipassana-Reise noch lange nicht vorbei ist – im Gegenteil! Diese Reise hat jetzt erst angefangen und jede Meditation zuhause, jede Gruppenmeditation in der Umgebung und vor allem jeder Kurs in einem Vipassana-Zentrum irgendwo auf der Welt wird mich wieder ein StĂŒck nĂ€her zu mir selbst bringen, mir den Kopf frei rĂ€umen, meinen Geist beruhigen, mich gelassener werden lassen und ich werde ein bisschen mehr das Leben verstanden haben.


Tausend mal mehr…

1000 mal mehr als die paar Zeilen, die ich hier geschrieben habe, hĂ€tte ich noch schreiben können und auch das wĂŒrde immer noch nicht alles wiedergeben, was in den Tagen passiert ist. Nicht all das, was ich gesehen, gefĂŒhlt und erlebt habe. Nicht all das was es mit Vipassana auf sich hat und wie die ganzen Zentren organisiert sind. Nicht alles, was man drĂŒber wissen könnte. Alles was ich schreiben wĂŒrde wĂ€re noch viel zu wenig!

Wenn du tatsĂ€chlich bis hier unten durchgehalten hast und dich nur einmal kurz gefragt hast, wie das alles möglich ist oder was es mit dem auf sich hat oder ob ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe und du kein Wort glaubst…

JUST DO IT!! Erfahre es am eigenen Leib! Lerne Vipassana selber kennen!
Fahr einfach mal hin und mach einfach mal mit.
Es kostet dich ja nicht einmal was 😉
YES – der 10-Tage-Vipassana-Kurs ist fĂŒr alle KOSTENLOS!


FAZIT NACH EINEM JAHR

folgt.


EMPFEHLUNGEN/LINKS

Was ist Vipassana?

Hintergrund: S.N. Goenka

Die Kunst zu Leben: Vipassana

FAQs / Fragen & Antworten

Locations

The Dhamma Brothers (Film)

 

LINKS FÜR ALTE SCHÜLER: (passwortgeschĂŒtzt)

Website fĂŒr die alten SchĂŒler

Guidelines For Practicing 

The Discourse Summaries

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