10 Tage Vipassana-Kurs im Schweigekloster

Auf Rechtschreibfehler könnt ihr mich gerne aufmerksam machen!! Danke ♥



Anicca, Baby!
Mein erstes Mal…


Wie ich drauf kam…

Genaugenommen beginnt diese Story schon Ende Juni im Ammersee! Genau dort nämlich, als ich geschwommen bin und mir währenddessen eine Interview mit Matthew Mockridge angehört habe (dieses hier: “Artur”), habe ich die Entscheidung getroffen, den folgenden Trip zu machen. In dem Interview geht es um einen Zeitsoldat, Personenschutz, situative Aufmerksamkeit, Mut, Instinkt und mit als letzte Info erzählt Artur von seiner Erfahrung im Schweigekloster und dem 10-Tage-Vipassana-Kurs. Er hat ja davor von seinem Leben erzählt und dass er richtig krasse Auslandseinsätze und Erlebnisse in seinem Leben hatte, aber dass dieser Kurs mit die prägendsten Tage waren in seinem ganzen Leben! Als ich das gehört habe, hab ich schon gewusst: YES, das mach ich auch mal! Ich hatte irgendwie sofort das Gefühl, dass das genau das Richtige ist!
Zuhause dann >> Google… Youtube… viel gelesen, viel angeschaut und einfach mal angemeldet.
Ich muss sagen, ich habe mich wirklich viel informiert davor, ABER so wie es am Ende wirklich war, hätte ich mir damals unmöglich vorstellen können. Im Endeffekt waren diese Tage noch SO VIEL MEHR als alles das, was man jemals drüber erzählen könnte! Ein bisschen was werde ich trotzdem versuchen zu erzählen 🙂


Ein paar Fotos!

FOTOS von meinem Trip kannst du dir HIER anschauen!
Jep – ich hab’s sogar noch geschafft ein paar Fotos zu machen (am ersten Tag, bevor alles weggeschlossen wurde und am letzten Tag, als schon alle abgereist waren)…



Worum es geht…

Man kommt in der Regel zu so einem Meditationskurs, um die Kunst des Lebens zu lernen: wie man friedlich und harmonisch in sich selbst lebt und Frieden und Harmonie für alle anderen erzeugt; wie man einfach glücklich von Tag zu Tag leben kann, während man sich zum höchsten Glück eines vollkommen reinen Verstandes vorwärts bewegt. Ein Geist frei von allem Leiden. Ein Geist voller uneigennütziger Liebe, Mitgefühl, Freude über den Erfolg anderer, Reinheit, Erleuchtung und Gleichmut. Darum geht es. #anicca

ABSOLUT NICHTS davon kann erreicht werden, indem man nur darüber nachdenkt, darüber redet oder es sich wünscht. Man muss etwas TUN, um das Ziel zu erreichen! Aus diesem Grund geht es in einem Vipassana-Kurs immer um die tatsächliche PRAXIS. KEINE Philosophie, KEINE theoretischen Argumente, KEINE irrelevanten Fragen!

Man bekommt eine Anleitung (jeden Abend in Form eines ‘Dhamma-Gesprächs’), die für die Praxis benötigt wird und damit man versteht, was zu tun ist und warum, damit man richtig arbeitet und die richtigen Ergebnisse erzielt. Und dann liegt es an jedem selbst, diese Richtlinien auch so umzusetzen: Man muss seinen eigenen Kampf kämpfen, die Antworten auf Fragen in sich selbst finden und hart für seine eigene Befreiung arbeiten. Ob man will oder nicht, diesen Kampf muss man selber kämpfen.

Der Weg zur eigenen Erleuchtung ist universell. Es geht bei dem Kurs weder um die Religion, die Herkunft, die Rasse, die äußere Erscheinung, irgendwelche Rituale oder bestimmte Überzeugungen, es geht nur einem einen selbst und den eigenen Weg zur Erleuchtung.


TAGESABLAUF

04:00 Gong – Aufstehen
04:30-06:30 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
06:30-08:00 Frühstückspause
08:00-09:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
09:00-11:00 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
11:00-12:00 Mittagessen
12:00-13:00 Ruhepause und Gelegenheit zum Interview mit dem Lehrer
13:00-14:30 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
14:30-15:30 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
15:30-17:00 Meditation in der Halle oder im eigenen Zimmer
17:00-18:00 Teepause
18:00-19:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
19:00-20:15 Vortrag des Lehrers in der Halle
20:15-21:00 GRUPPENMEDITATION IN DER HALLE
21:00-21:30 Zeit für Fragen in der Halle
21:30 Nachtruhe – Licht aus


TAG 0

Ankunft

Um ca. 5Uhr in der Früh bin ich in Herrsching am Ammersee losgefahren und um ca. 17Uhr beim Zentrum (Malanów, Polen) angekommen. Nachdem ich den Schließfach-Schlüssel hatte, mein Zimmer wusste und alles ausgeladen habe, waren alle im Speisesaal und ich war BAFF!!
Ich hab ja mit vielem gerechnet, aber wirklich nicht damit, dass sooo viele Leute kommen und schon gar nicht, dass sooo viele junge Leute dabei sind! Mega cool! Wie gerne hätte ich jetzt schon alle kennengelernt, aber ich war ja nicht hier um zu mit allen zu reden, sondern erstmal um zu SCHWEIGEN!

So war es dann auch – nach dem Abendessen und der ersten Meditation begann die ‘Edle Stille’.
Ich war echt gespannt was die nächsten 10 Tage so bringen werden 🙂


TAG 1

Nichts als die Atmung…

Am ersten Tag ging es schon los mit den ersten Schwierigkeiten, einmal weil es wirklich schmerzhaft war, so viel zu sitzen und auf der anderen Seite, weil der Geist einfach nicht tut, was man eigentlich von ihm will. Eigentlich soll er nämlich einfach mal seine Klappe halten, damit man sich auf seine Atmung (nichts als die Atmung!) konzentrieren kann – Pustekuchen!
Wobei ich sagen muss, dass der erste Tag einer der besten Tage war, es war alles noch sehr leicht. Alles war neu und aufregend.

Um die Kunst eines harmonischen Lebens zu lernen, muss man die Realität erkennen…
Die oberflächlichen, scheinbaren, groben Realität, die feinere Realität, die feinste Realität von Geist und Materie, bis hin zur ultimativen Wirklichkeit.
Die Atmung ist der Ausgangspunkt diese Reise zu beginnen.
Die Beobachtung der Atmung bringt einen ins Hier und Jetzt – das ist der erste Schritt.
Jeder weitere Schritt ist ein Schritt zur noch feineren Realität – das folgt in den nächsten Tagen…

Erstmal einfach den Atem beobachten – einfach beobachten, ohne darauf zu reagieren.
Wobei ‘einfach’ so viel einfacher gesagt ist, als getan…


TAG 2

Knoten im Inneren

So schwierig. Der eigene Geist kann sooooo unruhig sein!
Es kommen einem hundert tausend Gedanken in den Kopf – teilweise richtig komische und ziemlich kranke Gedanken! Macht nichts – man muss halt lernen seinen Geist zu trainieren und zu zähmen..
Man muss außerdem lernen, dass man selber die Arbeit tun muss, kein anderer kann den Weg für einen gehen, man muss es selbst tun! Man muss sehr geduldig, beharrlich und kontinuierlich arbeiten – und man muss es selbst tun.

1 Wenn etwas Unerwünschtes passiert oder
2 etwas Gewolltes nicht passiert oder
3 man etwas tut, was anderen schadet,
dann wird man angespannt und erzeugt Knoten in seinem Inneren. Während so einem ganzen Leben kann es gut sein, dass sich ein riesengroßes Bündel von solchen Knoten ansammelt! Und schlimmer: Diese Spannung, die man erzeugt, beschränkt sich nicht nur auf einen selber, sondern man verteilt sie großzügig an jeden, mit dem man in Berührung kommt!

Diese Knoten kann man aber lösen. Das Auflösen erfolgt durch die Beobachtung der eigenen groben und feinen Empfindungen auf und im Körper. Wobei wir uns am zweiten Tag dabei auf das Gebiet zwischen den Nasenlöchern und der Oberlippe beschränkt haben. (Mein Bruder hat sich nicht mehr eingekriegt, als ich ihm das erzählt habe und ja, auch ich finde, das hört sich teilweise echt komisch an, was wir da gemacht haben, aber es war so und es hat gewirkt!)

Es ging um die Beobachtung der Empfindungen in diesem begrenzen Bereich – der Luftzug des Atems, Hitze, Kälte, Juckreiz, Pulsieren, Vibrieren, Druck, Spannung, Schmerz, usw. Man kann sich die Empfindungen nicht aussuchen – WICHTIG ist, dass man sie beobachtet, ohne sie zu bewerten und darauf zu reagieren.

Das hab ich erstmal fast den ganzen Tag gemacht – meinen Atem beobachtet…

Nichtmal richtig geschlafen habe ich 😀 So hab ich teilweise nachts noch mein Atem beobachtet..
Ohne Witz, ich habe wirklich schlecht geschlafen! Es kann gut sein, dass das viele Meditieren dazu beigetragen hat, auf der anderen Seite aber bestimmt auch, dass es im Zimmer durchgehende 25-28 Grad hatte. Der Schlaf zieht sich übrigens noch die nächsten Tage noch so durch – ich habe keine Nacht durchgeschlafen. Ich bin immer mehrmals die Nacht aufgewacht, obwohl ich sonst wirklich einen sehr guten Schlaf habe und echt überall schlafen kann. Was soll’s – #gutenacht


Tag 3

Den Geist kontrollieren – NICHT…

Also eigentlich schon! Aber bei mir hat das heute mal wieder ums Verrecken nicht funktioniert! Mein Kopf hatte heute Wandertag. Halli-Galli-Drecksauparty. Whatever. Ein ständiges Auf und Ab bei der Meditation. Manchmal hab ich es dann doch ganz gut hinbekommen und dann wieder überhaupt gar nicht. Und ich sag’s dir… diese schrecklichen Schmerzen! Irgendwann weiß man einfach nicht mehr, wie zur Hölle man noch sitzen soll. Ich glaub ich habe sämtlich Sitz-Positionen ausprobiert, die irgendwie möglich sind. Ab spätestens heute konnte ich mich wegen der Schmerzen sogar ungefähr gar nicht mehr auf irgendwas anderes im Körper konzentrieren.

Ein paar Aufheiterungen gab es aber doch – eine davon war das Wetter! OMG – hatten wir gutes Wetter. So viel Sonnenschein und mal ganz abgesehen von den unbeschreiblich geilen Sonnenaufgängen und -untergängen. Mal war der Himmel komplett gold gefärbt, oder er war tief rot, oder er war lila, mal war es wolkig und anderes mal so klar, oder in der Früh war es auch oft neblig, was eine super geile Stimmung war! Mir hat es nur leider jedes Mal mein Herz gebrochen, weil ich nicht mal eben mein Handy rausholen und ein Bild davon machen konnte. Ich hätte diesen wundervollen Ort sooo gerne mit der Welt geteilt! Und auch für mich – für meine Erinnerung um mich ewig wieder an alle besonderen Eindrücke erinnern zu können!

Worauf ich mich aber immer am meisten gefreut habe ist die Abendmeditation!!
Mein Geist war da irgendwie immer am klarsten und die Meditation hat so am besten funktioniert. Punkte zwei: Nach der Meditation um 18 Uhr gab‘s einen einstündigen Vortrag mit echt gutem Input! Vieles was dort erzählt wurde, kam mir sehr bekannt vor und hab ich teilweise auch schon so in meinem Leben umgesetzt, auf der anderen Seite waren Sachen dabei, wo ich mir echt dachte: FUUU Mindfuck! Danke danke danke – #lifechanger Und am Ende dann nochmal Meditation so zum Tageabschluss aber nur noch eine kurze und die lief eigentlich auf immer gut.

Wir haben zuerst den Weg begonnen ‘Sila’ zu praktizieren. Wir haben uns davon entfernt zu schaden, weder anderen noch uns selbst (das eine ist immer durch das andere bedingt). Dann übernimmt man ‘Samadhi’ und lernt den Geist zu kontrollieren und auftretende Verunreinigungen zu unterdrücken.
Da Unterdrückung aber noch nicht die Lösung ist lernen wir morgen ‘Panna’ – siehe Tag 4…


Tag 4

Heute betritt man das Feld ‘Panna’…

…denn ohne Weisheit bleibt der Weg unvollständig.

Wenn man Dinge unterdrückt, dann verschwinden sie nicht – NEIN, sie bleiben im Unterbewusstsein und vermehren sich sogar! ‘Panna’ ist der Weg dorthin, alle alten Knoten auflösen zu können. ‘Panna’ bedeutet, Verunreinigungen weder zu begrüßen, noch sie zu Unterdrücken, sondern ihnen zu erlauben, zu kommen und dann eben auch wieder zu gehen.

Man macht ja so einen Kurs, um seine eigene Weisheit zu entwickeln – um das zu tun muss man es auf der ERFAHRUNGSEBENE verstehen. WEISHEIT IST IMMER ERFAHRUNG!

Außerhalb des Körpers kannst du die Wahrheit NICHT erfahren, deshalb musst du die Fähigkeit entwickeln, die Wahrheit in dir selbst zu erfahren, von den gröbsten bis zu den feinsten Ebenen, um aus allen Illusionen, aus allen Fesseln hervorgehen zu können.

Die DREI ASPEKTE der Weisheit:
Anicca, Anatta und Dukkha

  • ANICCA – alles entsteht und vergeht.
    Jeder weiß eigentlich, dass sich das gesamt Universum ständig verändert, aber die Schnelligkeit und Kontinuität der Prozesse, wie wir die ganze Welt wahrnehmen, schafft für uns uns oft eine Illusion der Dauerhaftigkeit.
    Manchmal beginnt man durch traumatische Ereignisse, wie den Tod eines geliebten Menschen, die Weisheit ‘ANICCA’ zu entwickeln, doch mit dem Alltag ist sie meist schnell wieder verschwunden… Das bloße intellektuelle Verständnis der vergänglichen Natur hilft uns nicht, denn es fehlt etwas, man muss es in sich selbst erleben!
    Die Realität in sich selbst erfahren – das ist das, was Siddhattha Gotama tat, um ein Buddha zu werden. Moderne Wissenschaftler zum Beispiel haben ebenfalls die Erkenntnis, dass das gesamte materielle Universum aus subatomaren Teilchen besteht, die schnell bestehen und vergehen – ihre Weisheit ist jedoch nur intellektuell und befreit sind sie nicht.
  • ANATTA – kein ‘Ich’, kein ‘Mein.
    Nicht ist für die Ewigkeit, es gibt nichts, was länger als einen Moment dauert.
    Es gibt nichts Unveränderliches, nichts was man beherrschen könnte.
  • DUKKHA – Leiden.
    Leiden identifiziert man normalerweise mit etwas Unangenehmen, richtig? Jedoch können angenehme Dinge genauso Ursachen von Leid sein, nämlich dann wenn man an ihnen haftet. Alles entsteht und vergeht – auch die angenehmen Dinge. Die Anhaftung an das Vergängliche wird sicher zum Leid führen.

Am vierten Tag fängt man an die Wahrheit über sich selbst auf der Ebene der körperlichen Empfindungen zu erforschen! Der erste Schritt auf dem Weg zur Befreiung, ist es zu lernen, Körperempfindungen zu beobachten und GLEICHMÜTIG zu bleiben! Wenn man so arbeitet, dann wir einem das Naturgesetz allmählich klar werden.

Dhamma bedeutet: Natur, Gesetz, Wahrheit.
Die Wahrheit auf der Erfahrungsebene verstehen, indem man sie im Rahmen der Körperebene untersucht. Es wird einem so klar, dass sich im Universum, im Körper wie auch außerhalb, ALLES ÄNDERT – IN JEDEM MOMENT!
Und eine andere Realität: Nicht geschieht zufällig. Alles hat seine Ursache. Jede Ursache hat eine Wirkung und ist gleichzeitig wieder neue Ursache. #thepowerofwhy
Man muss auf seine Handlungen acht geben und vor allem auf seinen GEIST!!

Der Tag war erstmal spannend…
… denn die letzten drei Tage hat man ja immer nur seine Nasenspitze und den Bereich bis zur Oberlippe beobachtet. Heute sind wir auf den ganzen Körper gegangen.
Und so viele Fragen&Antworten (die natürlich alle vor Ort gelehrt wurden): Wie genau beobachtet man? Welche Empfindungen sind die richtigen? Welche Reihenfolge? Was sollte man fühlen? Was ist der Sinn? Wie reagiert man? Was macht der Geist? Was sind das alles für Empfindungen? Wie fühlen sich verschiedene Empfindungen an? Wie lange sollte man dies und das machen? Wie funktioniert das alles? Was passier da in mir? Was ist das alles? Und wie geht es jetzt weiter?

Heute beginnt man damit, die Technik tatsächlich zu verstehen
– ab heute jeden Tag ein bisschen mehr…

Die Technik besteht aus zwei Teilen. Der erste bricht die Barriere zwischen den bewussten und unbewussten Ebenen des Geistes. Der zweite Aspekt der Technik ist GLEICHMUT. Man ist sich dessen bewusst, was man fühlt, reagiert nicht, bindet keine neuen Sehnsüchte oder Abneigungen, schafft kein Elend für sich selbst.

Man beginnt es auf der Erfahrungsebene zu verstehen: Während man zur Meditation sitzt, wird man die meiste Zeit auf die Empfindungen reagieren, weil man starke Schmerzen empfindet – ABER einige Augenblicke werden kommen, wo man trotz starker Schmerzen gleichmütig bleibt. Solche Momente sind sehr mächtig, um das Gewohnheitsmuster des Geistes zu verändern. Allmählich erreicht man nämlich die Stufe, in der man lächeln kann, egal was man empfindet und wissend, dass es ANICCA ist. Man weiß, alles kommt und alles vergeht.

Um diese Phase zu erreichen, muss man selber arbeiten!!! Man selbst – kein anderer kann für dich arbeiten!
Man geht Schritt für Schritt immer weiter auf deine eigene Befreiung zu…

Tag 4 hatte ich mit die größten Schmerzen – echt krass und fast durchgehend bei der Meditation –
ergo: der perfekte Tag HART an mir zu arbeiten und an meinem GLEICHMUT 😉


TAG 5

Der Tag der vier edlen Wahrheiten

Leiden, Leidensgrund, Leidensbeseitigung, Weg zur Beseitigung des Leidens – die Kette der bedingten Entstehung

“Wenn man anfängt, die Erste Edle Wahrheit zu beobachten, die Wahrheit des Leidens, dann wird die Ursache des Leidens deutlich, und man beginnt, sie auch zu beobachten; das ist die Zweite Edle Wahrheit. Wenn die Ursache ausgerottet ist, wird das Leiden ausgerottet; das ist die Dritte Edle Wahrheit – die Beseitigung des Leidens. Um seine Ausrottung zu erreichen, muss man Schritte unternehmen; das ist die vierte edle Wahrheit – der Weg, das Leiden zu beenden, indem es seine Ursache auslöscht.” – Verwirrender Text, aber hört sich logisch an und ist so. 😉

Man beginnt damit, zu beobachten, ohne zu reagieren. Man untersucht den Schmerz, den man objektiv empfindet, als ob es der Schmerz eines anderen ist. Früher erzeugte jede Empfindung eine Reaktion von Gefallen oder Abneigung, die sich zu großem Verlangen oder Abneigung, großem Elend entwickelte. Aber jetzt lernst du, anstatt auf die Empfindung zu reagieren, nur gleichmütig zu beobachten, zu verstehen, “das wird sich auch ändern”. Auf diese Weise gibt die Empfindung nur Weisheit, zum Verständnis von ANICCA . Man stoppt das Drehen des Rades des Leidens und beginnt, es in die entgegengesetzte Richtung zu drehen, zur Befreiung!

Der gesamte Weg ist ein Weg, aus dem Elend herauszukommen. Durch Üben, Üben, Üben hört man auf, neue Knoten zu knüpfen, und sogar noch mehr: Alte Knoten werden automatisch gelöst!

TAG 5 – HORROR.

Irgendwie passend, zu all dem Leid, um das es heute ging…

Ich hab es jetzt 5 Tage vor mir hergeschoben! 5 Tage!!
Und heute war mein absoluter Tiefpunkt. Ich hatte soo viele und so schreckliche Schmerzen beim Meditieren. Dazu kam: Mein Kopf war komplett blockiert. So voll. Ich habe aus den letzten Tagen schon so viel gelernt, ich hatte so viele Ideen und Sachen die mir in den Kopf gekommen sind. Aber ich hatte ABSOLUT KEINE Möglichkeit all diese Sachen irgendwo festzuhalten und dann im Kopf diese loszulassen, denn dann wären sie einfach weg gewesen. Wo wäre dann der Sinn gewesen?
Ich habe sogar einen Interview-Termin mit Edith Notnagel ausgemacht, unserer Meditations-Leiterin. Ich war so unendlich unruhig. Bin Ewigkeiten durch den Wald getigert. Ich bin durchgedreht. Ich wusst nicht wohin mit mir und all den Dingen in meinem Kopf. Ich brauchte unbedingt meine Schreibsachen. Ich musste den Kopf wieder leer kriegen. (Letztendlich hat sie mir vom Schreiben abgeraten und mich auf Tag 10 vertröstet. Okay, ich habe akzeptiert und wollte versuchen das bis dahin durchzuhalten…)

INFO: Gegen die Schmerzen habe ich ab Tag 6 mit Rückenlehne meditiert.


TAG 6

In wenigen Worten wurde der gesamte Weg erklärt:

“Alle sakhara sind vergänglich.
Wenn man dies mit wahrer Einsicht wahrnimmt,
dann löst man sich vom Leid,
das ist der Pfad der Reinigung.”

(‘sankhara’ bedeutet hier nicht nur mentale Reaktionen, sondern auch die Ergebnisse dieser Reaktionen.
Im Endeffekt könnte man auch sagen: ALLES ist vergänglich.)

Mit dieser Weisheit ist es möglich, ein unendlich gelassener Mensch zu sein.
Der eigene Gleichmut wird der beste Freund.
Dies bedeutet nicht, dass man durch das Praktizieren von Vipassana der Bimbo von nebenan wird, der sich alles gefallen lässt und sich von anderen einfach Schaden zufügen lässt. Vielmehr lernt man, wie man agiert statt zu reagieren! Man lernt, wie man richtig lebt, um ein gesundes Leben mit richtigen Handlungen zu führen.

“Wenn sich im Leben eine schwierige Situation ergibt, wird niemand, der Empfindungen beobachtet hat, in eine blinde Reaktion geraten. Stattdessen wird er einige Augenblicke warten, sich der Empfindungen bewusst und auch gleichmütig, und wird dann eine Entscheidung treffen und eine Handlung wählen. Eine solche Handlung ist sicher positiv, weil sie von einem ausgeglichenen Geist ausgeht; es wird eine kreative Aktion sein, die sich selbst und anderen nützlich sein wird.”

Die Technik funktioniert nicht durch Magie oder ein Wunder, sondern durch das Gesetz der Natur. Jeder, der anfängt, nach dem Naturgesetz zu arbeiten, wird aus dem Elend kommen. Es gibt noch Menschen, die sagen, es wäre ein zufälliges Wunder >> diese Menschen sollen es selbst probieren! Jeder kann es ausprobieren. Es wird funktionieren – IMMER. Und diese Erfahrung wird einem die Weisheit bringen: Es ist das Gesetz der Natur!

Alles nervt. #asozial

Heute hatte ich den nächsten Tiefpunkt. Bestimmt genauso schlimm wie gestern, nur in einer anderen Dimension – heute ging es bei mir darum: Eines der schlimmsten Dinge, die ich kaum ertragen konnte, war dieses nebeneinander her leben in einer Gemeinschaft und doch isoliert. Dieses komische Zwischending war für mich kaum auszuhalten. Also wenn man nichts miteinander zu tun hat und so dann okay. Aber mit den Mädels habe ich denen jeden Tag gegessen, meditiert und ich konnte ihnen weder in die Augen schauen, noch zu lächeln, noch mich mit ihnen austauschen, kurz was absprechen – NADA.
Asozial? Respektlos? Isoliert? Einsam? – Dieser Tag war echt crazy für mich.
Alle in der Gruppe kamen mir vor wie Zombies. Immer wenn der Gong erklang, sind alle mit gesenktem Kopf irgendwo hin gelaufen – Speisesaal, Meditationshalle, je nachdem was dran war. Keiner redet. Alle schweigen. Keiner lächelt. Alle schauen auf den Boden. So viele Eindrücke und kein Ausdruck. So viel Raum und man darf ihn nicht mit Zwischenmenschlichkeit füllen. #uff


TAG 7

Die reinste Achterbahn!

Ich liebe Achterbahnfahren! Echt jetzt!!
Wenn man das aber stundenlang macht und inzwischen 7 Tage am Stück, dann wird’s irgendwann anstrengend!
Holy shit! Ja, diese 10 Tage waren definitiv anstrengend! Und schmerzhaft! Und ich war depressiv! Und hatte schreckliche Gedanken! Ich war ein Zombie! Ich hatte Hunger! Es war echt schlimm!
Und heute lief es sogar durchgehend echt mies. Ist einfach nicht so gelaufen, wie ich wollte.
Diese miesen und depressiven Phasen hatte ich JEDEN Tag!!

ABER WEIßT DU WAS? – Es gab JEDEN Tag auch wieder unglaublich erfüllende und schöne Momente!!
Allein die unfassbar schönen Sonnenauf- und Sonnenuntergänge. Der Wald. Mit so vielen roten Fliegenpilzen. Mit den Bäumen. Mit der Zeit hatten wir Mädels angefangen im Wald Botschaften zu hinterlassen. Mandalas, Herzen, Wörter. Immer nur ganz kleine Dinge. Doch es war soooo cool jeden Tag durch das selbe kleine Waldstück zu gehen und immer wieder was neues zu entdecken!! (hier geht zu den Fotos: HIER!)

Nicht zu vergessen das ESSEN!! Wahnsinn, wie hab ich mich immer auf die Mahlzeiten gefreut:
3 Stück am Tag – einmal um 6.30 Uhr, dann um 11.00 und dann um 17.00 Uhr.
In der Früh gabs für mich jeden Tag eine Schüssel Haferbrei und Früchtekompott – ich hab’s gefeiert!
Um elf ein Teller vom Buffet, was immer mit viel viel Gemüse, Linsen, Suppen, Salaten, usw. war.
MEGA LECKER! Meisten sogar mit Nachspeise: Ein Stück Schokolade, ein Stück Karottenkuchen, Bratapfel, oder irgendwie sowas in der Art.
Abends um 17 Uhr gabs dann noch Ingwer- und Zitronenwasser mit einem Obst für die neuen Schüler (je nachdem gabs da dann Banane, Apfel, Pflaumen, Orangen, Birnen). Für die alten Schüler gabs kein Obst – nur Wasser.

Ob du es glaubst oder nicht, ich hab es erst AB HEUTE geschafft mittags NUR EINEN TELLER zu essen. Die Tage davor hatte ich immer im Kopf, dass ich ja eigentlich den ganzen Tag nichts mehr zu essen bekomme und den Drang extra MEHR zu essen, damit es mir bis zum Frühstück ausreicht. Ich hab dann halt noch ne Schüssel Suppe gegessen oder noch nen Schöpfer Salat extra oder irgendwas nochmal extra, was eigentlich nicht hätte sein müssen, weil ich dann zu schon zu voll war und mehr als satt – unangenehm satt.
Ich hab ja schon gefastet und komplett auf Essen verzichtet. Aber dieses STOP sagen, während einer Mahlzeit fällt mir eben immer noch manchmal schwer. Und das hab ich in der letzten Woche besonders gemerkt und vielleicht hab ich jetzt echt nochmal was dazugelernt was das angeht!


TAG 8

LÄUFT DOCH

“Der Buddha wurde einmal gefragt, was wirkliches Wohlbefinden sei. Er antwortete, dass die höchste Wohlfahrt die Fähigkeit ist, trotz aller Wechselfälle, der Höhen und Tiefen des Lebens, das Gleichgewicht zu behalten. Man kann sich angenehmen oder schmerzlichen Situationen, Sieg oder Niederlage, Gewinn oder Verlust, gutem Namen oder schlechtem Namen stellen; Jeder ist verpflichtet, all diesen zu begegnen. Aber kann man in jeder Situation lächeln, ein echtes Lächeln aus dem Herzen? Wenn man diesen Gleichmut auf der tiefsten Ebene im Innern hat, hat man wahres Glück.”

Der Tag war echt echt gut! Meditationsmäßig und gefühlsmäßig! Ich hatte das auch an den anderen Tagen – doch an diesem Tag besonders: Ich hätte mich am liebsten irgendwo auf den Boden geschmissen, alle Viere von mir gestreckt und einfach die ganze Welt umarmt. Hab vor mich hingegrinst und bin schier explodiert, vor guten Gefühlen und so viel Klarheit. So viel Dankbarkeit und Liebe. So viel Positivität und so viel Weisheit, die ich hier erfahren durfte, die hat mich teilweise einfach umgehauen!
Wobei ich schon gespürt hab, das die Unruhe kommt, weil Tag zehn kommt und naja, siehe Tag 9.


TAG 9

Die Spannung steigt…

Man war ich an dem Tag nervös!!
Ich wusste, ich hab morgen nur noch den einen Tag und hab noch viel vor und dass die Zeit dafür echt knapp werden wird! Ich wollte unbedingt alle kennen lernen, ich wollte die Kontaktliste organisieren, ich wollte noch mein Heimweg planen, ich wollte noch Fotos machen, ich wollte so viel machen und wusste nicht mal ob das klappt, dass ich überhaupt mein Schreibzeug wieder bekomme.
Und es hat mich fertig gemacht, dass ich nicht sofort irgendwas machen konnte und das ich keine Garantie hatte, dass das alles klappt!  Meine Konzentration während der Mediation war im Keller…

Aber etwas hab ich dennoch mitgenommen:
Vom Zeitpunkt der Geburt an ist man immer darauf trainiert, nach draußen zu schauen. Man beobachtet nie sich selbst. ABER es gibt immer mindestens ZWEI SEITEN!! Bisher hab ich tatsächlich nur eine TEIL-Ansicht der Realität gehabt. Das war eine echt verzerrte Ansicht, weil ich bisher immer nur die Ansicht nach Außen hatte… Umso unvollständiger die Informationen sind, mit denen man eine Entscheidung trifft, umso schädlicher ist sie in der Regel für einen selbst und für andere… Man sollte also immer schauen, dass man sich Dinge möglichst von allen Blickwinkeln ansieht, bevor man Entscheidungen trifft!
Das hab ich heute gelernt: die Realität nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb zu sehen!
Nicht nur nach Außen schauen, sondern immer auch nach Innen! Das ist nicht so einfach, das zu lernen und es braucht Zeit, um diese Technik irgendwann zu beherrschen. Wenn man aber praktiziert und praktiziert und praktiziert, wird man irgendwann feststellen, dass man sich selbst und das Leben sich immer mehr verändert, weil die Informationen vollständiger sind, die Realität wird echter und die Entscheidungen immer besser!


TAG 10

Kopf explodiert – aber komplett.

Zehn Tage sind vorbei. Was hab ich eigentlich die letzten zehn Tage gemacht? Auf der einen Seite kam es mir so vor, als wäre ich schon ewig hier, viele Monate, die Zeit kam mir ewig vor – auf der anderen Seite sind die zehn Tage jetzt doch echt schnell vergangen! Wahnsinn, das jetzt alles schon wieder vorbei ist und ich morgen schon wieder unter ‘normalen’ Menschen bin und das alltägliche Chaos meistern werde.

Ich werde morgen wieder nach Hause fahren.
Aber ich werde viel mitnehmen. Unter anderem mein Wissen über Vipassana….
Vipassana  – den Weg zu gehen vom Elend zum Glück, von der Unwissenheit zur Weisheit, von der Knechtschaft zur Befreiung. Die universelle Lehre der Erleuchtung.

Auch wenn ich das alles mitnehmen werde, was ich die letzten Tage getan und gelernt habe – alles das hat NICHT am 10. Tag funktioniert! Am 10.Tag war ich ‘out of (vipassana-)order! NULL KONZENTRATION!
Warum? – Naja, am 10.Tag wurde die ‘Edle Stille’ aufgehoben und wir durften REDEN!
Wir durften uns wieder anschauen und wir durften uns austauschen!
Ich hab in der kurzen Zeit nur einige wenige der hier hundert Menschen kennenlernen dürfen.
Aber alle davon sind so unglaublich liebe und interessante Persönlichkeiten. DAMN IN LOVE!!

Woher kamen all die Leute, die sowas überhaupt mitmachen? – Aus der ganzen Welt!
Was machen die sonst so in ihrem Leben? – Um ein paar Berufe zu nennen, die mir genannt wurden: Drehbuchautorin, Immobilienmakler, Studenten, einfach Reisende, Musikredakteurin bei TheVoice Kids, Zimmerin, Affenforscherin, usw.

Vom Zentrums-Team wurde eine Präsentation gezeigt, wo die komplette Entstehung, Organisation, Unterstützung von den Vipassana-Zentren erklärt wurde und wie das überhaupt alles ermöglicht werden kann. UNGLAUBLICH!

EEEEEEEEEENDLICH!!
Schon die ganzen 10 Tage davor, wo mein Kopf so voll war und jetzt heute, so viel neuer Input…
An dem Tag haben wir nur noch DREI mal meditiert. DREI MAL saß ich unfassbar unruhig da.
Keine Empfindung, nicht mal klare Gedanken. Einfach UNENDLICHE UNRUHE!
Nach der letzten Meditation, dann bin ich schnurstracks zu meinem Zimmer, hab alle Sachen von meinem Bett geschmissen und habe endlich Zeit zum Schreiben gehabt!!! ENDLICH!!
Es war, als müsste man tagelang schon ultra dringend aufs Klo und endlich darf sich wieder erleichtern!
OMG.. war das geil! Ich dachte mir: Hey 10 Minuten bloß, weil morgen um 3.30 schon wieder aufstehen. Aber kein Halten! Eine Stunde lang MUSSTE ich mir einfach mal den ersten Fitzel von der Seele Schreiben! No Chance. Ich war am fünften Tag schon am explodieren. Dann hab ich mich nochmal zam gerissen. Ich hab versucht es trotzdem hinzukriegen, auch ohne Schreiben den Kopf freizubekommen- NO CHANCE! Und es tat sooooooooo gut!


TAG 11

Abreise

Dieser Tag war recht stressig. Ich hatte mir den Wecker eigentlich extra früher gestellt – aber klaaaaaar, natürlich verschlafe ich ausgerechnet heute. Aber hat trotzdem alles geklappt: Erst kurz duschen, dann Morgen-Meditation, dann in Rekord-Zeit Sachen packen und Zimmer putzen und sogar noch schnell frühstücken.
Dann war die Abreise: Die Abreise hat den Tag zu einem der schönsten Tag für mich gemacht! NEIN, nicht weil ich jetzt endlich hier weg bin (im Gegenteil!) – es war wegen der ganzen LIEBEN MENSCHEN!
Nochmal ein RIESENGROßES FETTES DANKE an ALLE ALLE ALLE die dabei waren!!
An alle Helfer, die so freundlich, offen und dankbar waren und vor allem an alle Mit-Schüler, die ich dort kennen lernen durfte. DANKE für alle lieben Worte! Danke, dass ihr mich nochmal daran erinnert habt, auf mein Herz zu hören. DANKE, dass ihr mich darin bestärkt habt, dass ich die richtigen Entscheidungen für mich treffen werde.
Einfach DANKE für ALLES! ♥♥♥


Meine Learnings (auf der Erfahrungsebene!)

  • Wenn man unwissend ist, sind Empfindungen ein Mittel, um das Elend zu vermehren, weil man mit Sehnsucht oder Abneigung auf sie reagiert. Man muss lernen, sich der verschiedenen Empfindungen bewusst zu sein, ohne auf sie zu reagieren, ihre sich verändernde, unpersönliche Natur zu akzeptieren. Dadurch kommt man aus der Gewohnheit der blinden Reaktion, man befreit sich vom Elend.
  • Es gibt drei Arten von Aktionen: physisch, vokal und mental. Wer sich selbst beobachtet, erkennt, dass geistige Aktion das Wichtigste ist, stimmliche und körperliche Handlungen sind lediglich Projektionen der mentalen Handlung, Maßstäbe zur Messung ihrer Intensität.
  • Akzeptiere es nur dann als wahr, wenn du es ERFÄHRST!
    Das Hören der Wahrheit ist wichtig, aber es muss zur tatsächlichen Praxis führen!
  • Hindernisse gibt es überall! Immer und überall, vor allem dann, wenn es um Veränderung geht und darum, an sich selbst zu arbeiten – so sind es bei der Meditation u.a. diese: Verlangen, Abneigung, Faulheit, Schläfrigkeit, große Unruhe, Zweifel.
  • Man kann die Realität nur erkennen, wenn man nach Außen UND Innen schaut! (siehe Tag 9)
  • Echte Weisheit erlangt man erst durch die eigene Erfahrung! Durchs eigene tatsächliche TUN!
    “Ein Beispiel für die drei Arten von Weisheit: Ein Arzt gibt einem Kranken ein Rezept für die Medizin. Der Mann geht nach Hause, und aus großem Vertrauen in seinen Arzt rezitiert er jeden Tag das Rezept; Das ist Suta-Maya Panna . Damit nicht zufrieden, kehrt der Mann zum Arzt zurück und fordert und erhält eine Erklärung des Rezeptes, warum es notwendig ist und wie es funktionieren wird; das ist cinta-maya panna. Endlich nimmt der Mann die Medizin; Erst dann ist seine Krankheit ausgerottet. Der Nutzen kommt erst aus dem dritten Schritt, der Bhavana-Maya Panna.”
  • ein paar weitere Punkte werden noch folgen..

In Zukunft…

Für die Zukunft versuche ich die Vipassana-Meditation in meinen Alltag zu integrieren. Vermutlich geht das nicht von heute auf morgen. Die Empfehlung ist ja eine Stunde morgens und eine Stunde abends mindestens ein Jahr lang zu meditieren – sich das als Ziel zu stecken und umzusetzen. Die ersten Tage nach dem Trip hab ich das definitiv schon mal nicht geschafft, weil ich einfach nochmal viel unterwegs war und viele andere Dinge erledigt habe, jedoch für die Zukunft will ich das wirklich schaffen!
Warum? – Naja weil 10 Tage Meditations-Bootcamp zwar sehr intensiv und prägend sind, aber eben nur der erste Step. Sonst wäre es, als würde man auf ein Ernährungs-/Fitness-Bootcamp für 10 Tage fahren und dort richtig Gas geben und dann zuhause alles beim Alten lassen und nichts mehr davon umsetzen und trotzdem erwarten, dass man einen langfristigen Nutzen von den 10 Tagen hat…

Doch es wird sich nichts ändern, solange man immer nur drüber redet und es niemals tut – und genauso wie es mit allem im Leben ist, so sagte auch SN Goenka: “Die Befreiung kann nur durch Übung gewonnen werden, niemals durch bloße Diskussion.”

UND ICH WERDE ES WIEDER TUN!
Es gibt so viele Vipassana-Zentren auf der Welt und ich habe definitiv vor noch einige davon zu besuchen! Vielleicht wieder als Schüler, aber ganz bestimmt auch als Helfer. Und ich weiß, dass meine Vipassana-Reise noch lange nicht vorbei ist – im Gegenteil! Diese Reise hat jetzt erst angefangen und jede Meditation zuhause, jede Gruppenmeditation in der Umgebung und vor allem jeder Kurs in einem Vipassana-Zentrum irgendwo auf der Welt wird mich wieder ein Stück näher zu mir selbst bringen, mir den Kopf frei räumen, meinen Geist beruhigen, mich gelassener werden lassen und ich werde ein bisschen mehr das Leben verstanden haben.


Tausend mal mehr…

1000 mal mehr als die paar Zeilen, die ich hier geschrieben habe, hätte ich noch schreiben können und auch das würde immer noch nicht alles wiedergeben, was in den Tagen passiert ist. Nicht all das, was ich gesehen, gefühlt und erlebt habe. Nicht all das was es mit Vipassana auf sich hat und wie die ganzen Zentren organisiert sind. Nicht alles, was man drüber wissen könnte. Alles was ich schreiben würde wäre noch viel zu wenig!

Wenn du tatsächlich bis hier unten durchgehalten hast und dich nur einmal kurz gefragt hast, wie das alles möglich ist oder was es mit dem auf sich hat oder ob ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe und du kein Wort glaubst…

JUST DO IT!! Erfahre es am eigenen Leib! Lerne Vipassana selber kennen!
Fahr einfach mal hin und mach einfach mal mit.
Es kostet dich ja nicht einmal was 😉
YES – der 10-Tage-Vipassana-Kurs ist für alle KOSTENLOS!


FAZIT NACH EINEM JAHR

folgt.


EMPFEHLUNGEN/LINKS

Was ist Vipassana?

Hintergrund: S.N. Goenka

Die Kunst zu Leben: Vipassana

FAQs / Fragen & Antworten

Locations

The Dhamma Brothers (Film)

 

LINKS FÜR ALTE SCHÜLER: (passwortgeschützt)

Website für die alten Schüler

Guidelines For Practicing 

The Discourse Summaries

Special Course Qualification Requirements

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