escort girl #whynot


Nichts ausgedacht und alles wahr – wobei ich bewusst ein paar Sachen und Details raus gelassen habe, um mich und mehrere andere Personen zu schĂŒtzen. Du weißt wahrscheinlich genauso gut wie ich, dass das Thema leider noch nicht wirklich gesellschaftlich toleriert wird 😉

Wie ich drauf gekommen bin? 
Diese Frage wĂŒrde ich jetzt mal mit #butterflyeffect beantworten.
Viele Faktoren ĂŒber ein lĂ€ngeren Zeitraum und eines hat zum anderen gefĂŒhrt..

Punkt eins: ich hab es quasi eh schon getan
Die meisten, die mich kennen (und sogar auch die, die mich nicht kennen :D), wissen es, deshalb, warum ein Geheimnis drum machen: Ich war einfach sehr offen, neue Leute kennen zu lernen und in meiner spĂ€ten Jugendzeit auch sehr offen, was MĂ€nner und Sex angeht, vor allem auf Partys und in Verbindung mit viel Alkohol – wie es zu diesem Umstand kam ist wieder eine andere Story, jedenfalls war es so.

Punkt zwei: open minded
Allgemein hab ich nicht viel Wert auf ‚Normen‘ gelegt und Sachen, wo man gesagt hat, dass es ’normal‘ ist und man es so machen sollte, waren mir auch nicht wichtig. Ich hab lieber hinterfragt, gemacht, worauf ich Lust hatte (wenn ich mich ĂŒberwinden konnte) und mir selber ein Bild davon gemacht.

Punkt drei: Verzweiflung und Zufall
… es war einmal: Ein StĂ€dte-Trip. Ein Stadt – egal welche es gewesen ist. Menschen – egal mit wem es gewesen ist. Vorgeschichte des Trips ebenfalls irrelevant. Auf jeden Fall war es dann irgendwann so dass ich mitten in der Nacht allein in dieser Stadt unterwegs war. Davor waren wir feiern – die Leute waren aber irgendwann weg, genauso wie mein Handy mal wieder… Ich war betrunken und angepisst vom ganzen Abend. Da wir low-budget unterwegs waren, hatte ich kein Geld sonst dabei fĂŒr Taxi oder so. Welch GlĂŒck: Ein Taxi-Fahrer hat mich gefragt, ob er mich heimfahren soll. Und die TĂŒrsteher vorm Club, wollten auch Feierabend machen und haben mich dann in sein Taxi gesteckt. Er hĂ€tte mich tatsĂ€chlich auch for free gefahren, weil ich ja kein Geld hatte.
Es war Winter, mir war kalt, also hab ich mich erstmal im Taxi aufgewĂ€rmt und wir haben uns unterhalten. Ganz genau weiß ich es nicht mehr, wie es so war, jedenfalls hat er mich dann irgendwann wĂ€hrend der Fahrt gefragt, ob wir noch ins Hotel fahren. Ich hab es erst gar nicht gerafft, was er von mir will 😀 Und als ich es dann begriffen habe, hab ich ihn auch noch nicht ernst genommen, weil er mir davor noch von Frau und Kindern erzĂ€hlt hat. FĂŒr mich war die Situation so neu und unrealistisch, dass ich es wirklich nicht so ernst nehmen konnte.. Was ich noch genau weiß, ist, dass ich mir gedacht habe: Fuuuuuuck, ich muss mir schon wieder ein neues Handy kaufen! – und wenn ich jetzt ‚ja‘ sage, ist das Handy schon bezahlt. Zweiter Gedanke: Was soll schon groß passieren. Dritter Gedanke: Du bist eh betrunken, wird schon nicht so schlimm sein. Vierter Gedanke: Sonst vögelst du auch mit MĂ€nnern, also warum nicht der? Und noch viele weitere Gedanken…
und sowieso: Man kann ja alles mal ausprobieren – also auch fĂŒr Sex bezahlt werden. #whynot #bucketlist #firsttry
Genau so war es… Gedacht. Gesagt. Getan.
Es war definitiv eine krasse Erfahrung.
Ich bin mir aber sicher, dass fĂŒr die meisten ’normalen‘ Menschen, wenn sie das hier lesen, noch viel ‚krasser‘ sein könnte, als es fĂŒr mich jemals war.
Ja es war krass. Es war aber nicht schlecht oder schÀdlich.
… und ich hab es bis heute nicht bereut. (Reue, ist ohnehin meistens dumm, aber auch das ist wieder ein anderes Thema 😀 – bis dahin: siehe hier)
Was ich in dieser Nacht gelernt habe: Ich habs ĂŒberlebt, es ist echt gar nicht so schlimm, wie ich es gedacht hab und wie es dargestellt wird und vorallem: ich persönlich komme damit klar.

Punkt vier: ein Angebot
Um neue Leute kennenzulernen, was auch immer sich draus ergeben wĂŒrde – hab ich viel die App lovoo genutzt. Ich habe sie noch Jahre spĂ€ter empfohlen an alle meine Freunde in sĂ€mtlichen ZusammenhĂ€ngen! Auf jeden Fall war da auch dieser eine Typ – der eigentlich ganz sympathisch schien. Über alles möglich haben wir geschrieben und auch dann zu Whatsapp gewechselt. Schon vor diesem Typ hab ich mal ĂŒber Escort nachgedacht gehabt, aber nie wirklich lange und dann auch immer gelassen, weil ich mich nicht getraut hab und mir auch das Selbstbewusstsein gefehlt hat. Auf jeden Fall hat er mich dann gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte, in die Richtung was zu machen. Und ich so: ‚Ähm kein Plan, aber lass mal treffen, ich hör mir gern mal an, was du mir zu erzĂ€hlen hast.‘ – Nicht wortwörtlich aber so in etwa war es dann.. 😀
Bis dahin konnte ich mir nicht vorstellen, wie alles ablĂ€uft – nach dem Treffen war ich nicht wesentlich schlauer, aber die Neugier hatte mich gepackt. Der Kerl wollte mich ĂŒber ne Seite ‚vermarkten‘, wo ich mich auch selber anmelden konnte. Das hab ich, nachdem ich mich noch bisschen informiert hatte, dann allerdings selbst gemacht. Mit dem Typ hab ich dann nicht mehr viel geschrieben.. eindeutig crazy der Typ. I don’t know was er vor hatte, aber er hat das wohl mehreren MĂ€dels angeboten, sie dort anzumelden und sich bisschen um den Chat zu kĂŒmmern und wollte dafĂŒr jeweils die HĂ€lfte der Kohle haben 😀 schon dreist? oder seh nur ich das so? 😀 es gibt es echt heftige Leute da draußen 😉

Punkt fĂŒnf: Persönlichkeitsentwicklung
seit Ende 2014 – hundert Prozent Fokus auf Persönlichkeitsentwicklung. Sogar eines meiner ’nĂŒchternen‘ ersten Male hat dann tatsĂ€chlich so stattgefunden – als Escort-Dienstleitung und bis dato war ich so schĂŒchtern und verkorkst im Kopf, dass ich mich nĂŒchtern nicht getraut hab, mich einem Menschen so zu öffnen. Dass dann ausgerechnet der Zeitpunkt wo ich so weit war und Escort zusammengefallen ist, war Zufall.
Also, welchen Faktor spielt Persönlichkeitsentwicklung? – Definitiv den GrĂ¶ĂŸten!
Warum? – UngefĂ€hr ein halbes Jahr hab ich mich dann schon bewusst mit mir selbst beschĂ€ftigt. Hab mein komplettes Mindset mehrer Male zerbombt, umgestellt und alles wieder neu aufgebaut. Ich bin immer selbstbewusster geworden. Ich habe mich dazu gedrĂ€ngt immer und immer wieder an meine Grenzen zu gehen und meine Ängste zu ĂŒberwinden. Ich bin gewachsen – als Person! So langsam hat es angefangen mir Spaß zu machen, mich selbst herauszufordern. Ich bin noch geistig noch offener geworden, als ich es schon war und ich hab so langsam meine Angst vor Menschen verloren. Ein Punkt, an dem ich auf jeden Fall noch arbeiten wollte, weil ich noch viele Probleme damit hatte, war meine Selbstliebe, mein Körper zu lieben, mich auf andere Menschen einzulassen – ĂŒberhaupt zu lieben und wirklich leidenschaftlich zu lieben, sowohl seelisch als auch körperlich, einfach los zulassen und den Moment zu genießen. Und nĂŒchtern betrachtet: VerhĂŒtung war Pflicht und ansonsten hat (außer vielleicht gesellschaftliche Vorstellungen) nichts dagegen gesprochen. Es war ein guter Deal fĂŒr mich. Ich hatte die Chance mich weiter zu entwickeln und die MĂ€nner haben mich dafĂŒr bezahlt. Das ich von dem Treffen mindestens genauso viel hatte, wie sie selbst, war den MĂ€nnern sicher nicht bewusst.. Auf jeden Fall: Ich wollte ins kalte Wasser springen und mich meinen Ängsten stellen.

Grob zusammengefasst waren diese fĂŒnf Punkte ausschlaggebend – glaube ich.

Verurteile mich, wenn du willst – das ist dann dein Problem.
Ich teile einfach meine Story, weil die meisten Menschen schweigen, verheimlichen, verdrĂ€ngen, viel zu einseitig und konservativ denken und so vielen nicht bewusst ist, wie verdammt relativ doch alles und sowieso nichts ist, wie es scheint 😉


Vielleicht widme ich dieser Story irgendwann mal noch etwas mehr Zeit,
bis dahin mĂŒssen diese paar Stichpunkte reichen:

Als Escort-Girl habe ich verdammt viel gelernt! Dinge die ich mit Worten hier fast gar nicht beschreiben kann, aber so unglaublich viel zu den Themen: Selbstliebe, Akzeptanz, SexualitĂ€t und zwischenmenschliche Kommunikation. Allgemein ĂŒber das Leben, dass alles ist wie es ist, dass nichts ist wie es scheint und das essentiellste daran ist, dass fast keiner es merkt. Wie unterschiedlich Menschen sind, was ihre Vorlieben sind, wie sie ihr Leben leben und was welchen GrĂŒnden sie Dinge tun. Über die Liebe und das menschliche BedĂŒrfnis nach NĂ€he und Zuneigung. Über Herausforderungen, das Überwinden von Ängsten und die Macht der Gewohnheit. DarĂŒber, dass Liebe ein Thema ist und Treue ein anderes, heißt: Sex mit einem anderen Partner muss KEIN Tabu und sowieso kein Vertrauensbruch sein – diese beiden Sachen können klar getrennt existieren, du entscheidest inwiefern Sex und Liebe von einander abhĂ€ngen und sich beeinflussen!
Und ich habe so viel ĂŒber mich gelernt: Was ich will, was ich nicht will und dass ich einfach so sein kann wie ich sein will. Noch krasser: Wenn man einfach so ist, wie man halt ist und sich ehrlich selbst dafĂŒr liebt und nicht verurteilt, sind die Details völlig egal und die anderen Menschen mögen einen einfach. Meistens zumindest 😉

Ich hab es nicht oft gemacht. Nur ein paar mal und dann wieder aufgehört.
Warum? – Weil es auch bei bewusster Persönlichkeitsentwicklung Höhen und Tiefen gibt. Es gab noch viele andere Themen in meinem Leben und ich hab mich auch wieder auf andere Sachen fokussiert. Außerdem war dann mit meinem Körper nicht mehr so zufrieden und dann konnte ich’s nicht mehr und hab’s wieder sein lassen.
Plus: Mir hat der Mut gefehlt, ein Gewerbe anzumelden, was ja Pflicht ist, wenn man sich mit Escort bisschen was dazu verdient.

Abschließend zu dieser Story, sage ich: Ich hab es bis heute nicht bereut.
(wie oben schon geschrieben: Reue, ist ohnehin meistens dumm, aber auch das ist wieder ein anderes Thema 😀 – bis dahin: siehe hier)

> Wer mich unbedingt drauf ansprechen möchte, kann es versuchen – aber zu vielen Punkten werde ich bewusst schweigen (wie ebenfalls oben schon geschrieben), um mich und alle Beteiligten zu schĂŒtzen 🙂

> Ich sollte hier nicht so offen drĂŒber schreiben und allgemein nicht so offen darĂŒber reden? Was wenn das mein Arbeitgeber liest? Was wohl Leute darĂŒber denken?
I’m sorry – aber wenn es um das Argument geht, was andere Leute ĂŒber irgendwas denken, dann mach ich’s am besten grad mit Absicht!
Weil ich niemals etwas tun will, nur damit andere irgendwas denken, ich will Dinge machen, weil ICH es will. Man sollte echt nichts tun, nur damit irgendwer irgendwas denkt – ist nicht authentisch und macht dich nicht glĂŒcklich. Again: Wenn man Bock hat, irgendwas zu machen und es dein eigenen Werten entspricht, dann sollte man es machen, egal was irgendwer denkt!
Also sag mir bitte nicht, ich soll’s lassen, weil sonst irgendwer irgendwas darĂŒber denkt, denn: Es ist MEIN Leben und es geht darum, was ICH darĂŒber denke und nicht die anderen… ♄  Lass es mich so versuchen – und wenn es sich wirklich als Fehler rausstellen sollte, wander ich einfach aus. Das steht sowieso noch auf meiner Bucketlist 😉


(aktualisiert 27.12.16)